Scotch-Club Bremen e.V.

DistilleriesLexikon

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ALTER

bestimmt die Qualität eines Malt ganz entschieden, da durch die lange Lagerung in Holzfässern bestimmte Geschmacksnuancen erzielt werden (siehe auch Lagerung) . Mindestens 3 Jahre alt muß ein Destillat sein, bevor es sich Scotch Whisky nennen darf. Malts sind wesentlich älter, die meisten Brennereien lassen ihren Whisky 10 bis 12 Jahre reifen, ausgewählte Fässer auch 18 und mehr Jahre.

ANGEL’S SHARE

ist der Teil des Malt, der während der Reifezeit verdunstet (Evaporation). Man sagt, diese Evaporation sichert den Schotten die Weichheit ihrer Luft und die Gewogenheit der Engel.

BLENDED

in dieser Form wird der meiste Whisky konsumiert, eine Mischung von Malt und Grain. Ein blended Whisky enthält in der Regel einige Grains und bis zu sechzig verschiedene Malts. Diese Art der Whiskyherstellung ermöglichte die Produktion von immer gleichaussehenden und gleichschmeckenden Whiskies, eine Grundvoraussetzung zur Schaffung von Markenwhiskies.

BOURBON

die amerikanische Vorschrift, daß für Bourbon nur neue Fässer verwendet werden dürfen, brachte den Schotten zwei Vorteile: sie kamen günstig an die benötigten Fässer ( Stichwort: schottischer Geiz ) und die Vorbehandlung der Fässer verlieh dem Malt besonders delikate Aromen.

CASK STRENGTH

diese Bezeichnung hat ein Malt, der vor dem Abfüllen nicht auf die üblichen 40 % oder 43 % herabgesetzt wird. Nach der Destillation wird der Malt durch Zugabe von Wasser auf ca. 68 % Alkohol reduziert, während der Lagerung verringert sich dieses Volumen durch Evaporation Angel’s Share. Je nach Alter hat daher ein Cask Strength zwischen 60 % und 45 %.

COFFEY STILL

benannt nach ihrem Erfinder Aeneas Coffey, brachte eine Revolution in der Whiskyherstellung. Im Gegensatz zur bis dahin ausschließlich verwendeten Pot Still kann mit der Coffey oder Patent Still kontinuierlich destilliert werden. Die Coffey Still kann darüber hinaus jede Getreidesorte verarbeiten und ist nicht nur auf gemälzte Gerste angewiesen.

DRAM

ein altes schottisches Trinkmaß, die Quantität, also Menge, hängt sehr von dem Wohlwollen und der Großzügigkeit des Einschenkenden ab. Ein wee dram , also ein kleiner Schluck, kann durchaus ein volles Glas sein.

EICHE

aus diesem Material werden Maltfässer hergestellt. Überwiegend wird amerikanische Eiche, also gebrauchte Fässer in denen vorher Bourbon war, verwendet, aber auch ehemalige Sherry - Fässer kommen zum Einsatz.

FARBE

erhält der Malt erst durch die Reifung im Faß. Ursprünglich ist der Malt fast farblos. Single Malts können in der Farbe stark variieren, von zartem Gelb über Bernstein und Gold zu dunklem Braun. In Bourbonfässern gelagerter Malt ist meist hell, der in Sherryfässern gelagerte in der Regel dunkler. Im Gegensatz zu den Blended Whiskies, die aus Markengründen immer die gleiche Farbe haben sollen, werden bei der Herstellung von Malt Whisky keine künstlichen Farbzusätze verwendet.

FÄSSER

sind ein kostbarer Besitz jeder Brennerei und werden deshalb sorgfältig gehegt und gepflegt. In der Regel werden beim Malt gebrauchte Fässer (Bourbon, Sherry, Port ) verwendet, die man trotzdem beim ersten Einsatz als first fill bezeichnet, später dann als refill . Die Lebensdauer dieser Fässer beträgt immerhin bis zu 50 Jahren.

GERSTE, engl. barley

beim Destillieren von Malt darf nur Gerste verwendet werde. Die Gerste wird eingeweicht, zum Keimen gebracht und über Torf - Feuer getrocknet. Daraus entsteht Malz, dessen Zucker herausgewaschen wird. Durch den Zusatz von Hefe beginnt es zu gären. Schließlich entsteht durch Erhitzen in der Pot Still Alkohol, Malt Whisky.

GRAIN

Während beim Malt nur Gerste erlaubt ist, kann für Grain jedes Getreide, sogar Mais verwendet werden. Bis auf wenige Ausnahmen entsteht Malt nur in Schottland, während fast alle irische, kanadische, amerikanische und sonstige Whiskies Grains sind.

HEFE

ein oft vergessener, aber wichtiger Bestandteil der natürlichen Ausgangsprodukte für Malt . Ohne Hefe kann der Gärprozeß nicht gestartet werden. In Schottland und Irland wird Bierhefe genommen, während in den USA und Kanada lebende Hefekulturen verwendet werden, die jede Destillerie selbst herstellt und pflegt wie ein Schatz.

HIGHLANDS

die größte der vier klassischen Whiskyregionen Schottlands, neben den Islands, den Campbeltowns und den Lowlands. Die Highlands selbst unterteilt man in die Western, Eastern, Southern und Northern Highlands und in die Speyside.

HIGHPROOF

diese Bezeichnung wird oft als Synonym für einen cask strength , also einen hochprozentigen Malt verwendet. Früher bestimmte man den Alkoholgehalt einfach dadurch, daß man versuchte, den Whisky zu entzünden. Bei ca. 43 % Wasser und ca. 57 % Alkohol bestand der Whisky diese Probe ( proof ) und fing Feuer. Heute bestimmt man den Alkoholgehalt mit dem Hydrometer, 100 ° entsprechen 57 %, normaler Whisky mit 40 % ca. 70 °.

ISLAND MALTS

stammen von den Inseln : von Islay, von Skye und von Orkney. Diesen Malts schreibt man, was aber nicht bei jedem Whisky zutrifft, einen besonders intensiven Geschmack nach Rauch und Torf zu, manchmal auch nach Medizin, nach Jod, Phenol und Seetang, der wohl durch die Seeluft verursacht wird.

KILN

heißt das charakteristische Gebäude, an dessen Pagodendach man eine Destillerie schon von weitem erkennt. Kilns sind eigentlich große Öfen. Auf Rosten wird in ihnen die ausgekeimte Gerste ausgebreitet. Die Torfmenge, die dem Feuer unter dem Rost zugesetzt wird, entscheidet über den Rauchgehalt des Malt. Die Pagoden sorgen für die nötige Ventilation. Obwohl es heute moderne, sprich kostengünstigere Verfahren für das Mälzen gibt ( das Malz wird meist von großen Maltings bezogen ) behält man die Kiln gern als Wahrzeichen.

LAGERUNG

ist die Zeit, in der der Malt schläft, mindestens 3 Jahre, aber meist sehr viel länger. Für die Lagerung hat jede Brennerei spezielle Gebäude, die sogenannten warehouses, langgestreckte, flache Gebäude, in denen die Fässer in mehreren Lagen übereinander gestapelt sind. Diese Lager verfügen über einen naturbelassenen Boden und müssen gut belüftet sein, Faktoren, die für das Mikroklima wichtig sind und Einfluß auf den Whisky haben.

MALT

Malz, entsteht aus Gerste, die eingeweicht, zum Keimen gebracht und über Feuer getrocknet wurde. Der Malt Whisky ist die ursprüngliche und immer noch eigentliche Whisky-Art. Jede Brennerei produziert einen unverwechselbaren Malt; es gibt keine zwei, die gleich schmecken. Kein anderes Getränk zeichnet sich durch solche Individualität und solchen Reichtum an Aromen und Geschmack aus. Obwohl bekannt ist, daß viele Faktoren einen Einfluß auf den Malt haben, die Gerste, das Wasser, die Art der Trocknung, die Form der Brennblasen, die Faßart und das Klima, in dem der Whisky reift, ist bis heute nicht genau erforscht, wie sich ein Malt zusammensetzt.

MINDESTALTER

bevor Whisky sich in Schottland überhaupt so nennen darf, muß er mindestens drei Jahre alt sein. Malts sind immer älter. ( Alter ) Die Altersangabe auf der Flasche bezieht sich immer auf den jüngsten verwendeten Whisky.

NOSING

für viele das schönste am Umgang mit Malt: das intensive Beschnuppern und Aufnehmen der unendlich vielen Aromen, die in ihm stecken. Profis beurteilen einen Malt durch das Nosing, die Proben werden nicht getrunken, sondern die Beurteilung erfolgt ausschließlich über die Nase. Sich diese Fähigkeit anzueignen ist sehr langwierig, bis zu zehn Jahre kann es dauern, um zu einem sicheren Urteilsvermögen zu kommen.

ON THE ROCKS

mit Eis, sollte man Malt niemals trinken. Wasser dagegen schließt dem Malt auf, es werden ätherische Öle freigesetzt. Um einen cask strength pur zu trinken, benötigt man schon trainierte Geschmacksnerven. Die Profis setzen beim Nosing ihren Proben immer Wasser zu und haben es am liebsten, wenn der Malt 20 % hat, probieren normalen Malt also halbe halbe, stärkeren auch mit Zweidrittel Wasser zu Eindrittel Malt.

PATENT STILL

andere Bezeichnung für Coffey Still.

PORTFÄSSER

werden nicht erst seit dem Knappwerden von Sherryfässern zur Lagerung von Malt verwendet. Manchmal reift ein Malt ausschließlich im Portfaß, oft wird er nach der Lagerung in einem Bourbonfaß noch für ein oder zwei Jahre zur Verfeinerung in ein Portfaß umgefüllt, was dem Malt eine duftige Note verleihen kann.

POT STILL

Die althergebrachte Methode, mit der in Schottland gemälzte Gerste destilliert wird, ist auf Pot Stills angewiesen. Diese Brennblasen sind aus Kupfer und sehen meist birnen- oder zwiebelförmig aus. Allerdings unterscheiden sich die Formen ebenso wie die Größe der Stills von Brennerei zu Brennerei. Beides, Form und Größe, hat Einfluß auf den entstehenden Whisky. Die sanfte Leichtigkeit von Glenmorangie z.B. wird darauf zurückgeführt, daß die Stills die höchsten in ganz Schottland sind. Bei Reparaturen oder beim Ersatz einer Still, wird sorgfältig darauf geachtet, daß die Form gewahrt bleibt, daß aber sogar Beulen repliziert werden, ist wohl doch eher eine Legende. Zum Brennen braucht man jeweils zwei verschiedene Stills: die Wash Still produziert ein Destillat von etwa 21 %, das in der Spirit Still beim zweiten Durchgang auf etwas über 70 % gebracht wird. Brauchbar dabei ist nur der sogenannte middle cut, der Vor- und der Nachlauf werden zurückgeleitet und noch einmal destilliert.

QUAICH

gälisch für Kelch, auch cup of friendship genannt, ein schottisches Trinkgefäß aus Silber, Horn, Holz oder Zinn, eine flache Schale mit zwei Griffen, an denen es zum Trinken herumgereicht wird. Es gibt einen sehr exclusiven Klub, die Keepers of the Q. , mit Sitz in Blair Castle, dem weltweit nur etwa 750 Mitglieder angehören, die sich alle um den Whisky und Schottland verdient gemacht haben müssen.

RAUCH

ist bei vielen Malts eine höchst erwünschte Geschmackskomponente. Sie entsteht beim Mälzen und besonders intensiv, wenn dabei viel Torf verwendet wurde.

SHERRY

wurde früher in Fässern nach Schottland importiert und erst dort in Flaschen abgefüllt. Diese Fässer waren billig und deshalb bei den Brennereibesitzern sehr beliebt, weil sie dem Malt nicht nur zu einer reizvollen Farbe verhelfen, sondern ihn auch verfeinern konnten: ein Fino Sherry macht den Malt zartgelb, ein schwerer Olosoro dunkel bis schwarz. Auch die Süße, die viele Malts so angenehm macht, ist oft dem Sherryfaß zu verdanken. Seit Getränke im Erzeugerland abgefüllt werden müssen, ist es für die Brennereien immer schwerer geworden, genügend Fässer ( und in guter Qualität ) zu bekommen. Aus diesem Grund sind einige Brennereien bereits dazu übergegangen, ihre Fässer direkt im Erzeugerland zu kaufen.

SINGLE

ist ein Malt, wenn er das Produkt einer einzigen, bestimmten Brennerei ist. Zur Zeit gibt es in Schottland noch etwa 100 produzierende Brennereien. ( je nach Quelle schwanken die Angaben zwischen 90 bis 120 Brennereien ) Aber nicht jede verkauft ihren Malt als Single Malt, der meiste Malt wird nach wie vor für die Herstellung von Blended, also von Markenwhisky verwendet. Aber auch ein Single Malt wird gemischt, er ist eine Komposition aus verschiedenen Fässern verschiedener Typen und verschiedenen Alters. Erst in jüngster Zeit gehen immer mehr Firmen dazu über, ihren Whisky als Single Malt zu vermarkten, früher war es bedeutend schwerer, Single Malt auf dem Markt zu finden.

SINGLE CASK

ein Single Malt, der nur aus einem einzigen Faß kommt, der dadurch natürlich nur in stark limitierter Menge verkauft werden kann, abhängig von der Faßgröße. Ein hogshead faßt 250, ein butt 500 Liter, aber durch angel’s share kommt nicht die ganze Menge in die Flaschen. Single cask malts sind wegen der limitierten Menge, aber auch wegen ihrer Individualität sehr begehrt, da jedes Faß anders schmeckt.

TORF

ist in Schottland, auf den Inseln wie in den Highlands, in großen Mengen vorhanden. Durch das radikale Abholzen des Landes war Torf der einzige natürliche Brennstoff und wird heute noch in vielen Gegenden im Winter zum Heizen verwendet. Weil er reichlich vorhanden, dazu noch billig war, wurde der Torf auch bei der Whiskyherstellung verwendet. Von den Schwarzbrennern früherer Zeit ebenso wie heute. Torf hat auf den Geschmack des Malt einen großen Einfluß, nicht nur dort, wo er beim Mälzen eingesetzt wird und für das typische Raucharoma sorgt, sondern nahezu überall, weil auch das ~ Wasser den intensiven Kontakt mit dem Torf spüren läßt.

UISGE BEATHA

ist schottisches Gälisch und bedeutet nichts anderes als das lateinische aqua vitae, Lebenswasser. Über die Form usquebaugh entwickelte sich das englische Whisky, das in verschiedenen Schreibweisen seit 1746 in Gebrauch ist. Das früher ebenfalls gebräuchliche Whiskey wird heute nur noch in Irland und in den USA verwendet.

VATTING

ist das Mischen von verschiedenen Single Malts, also Malt aus einzelnen Brennereien. Das Mischen von Malt und Grain nennt man dagegen Blenden.

VINTAGE

normalerweise wird bei Single Malts das Alter des Whiskies auf der Flasche angegeben. Als Vintage bezeichnet man einen Malt, der aus einem bestimmten Jahrgang stammt. Dabei handelt es sich meist um eine limitierte Anzahl von Flaschen, die deshalb nicht gerade zu den Sonderangeboten zählen.

WASSER

verwandelt sich in Schottland auf wundersame Weise in Whisky, das Wasser des Lebens. Obschon unterschiedliche Meinungen bestehen, glauben doch die meisten Fachleute, daß die Qualität des Wassers den Malt ganz besonders formt. Das schottische Wasser ist noch rein und sauber, oft nimmt es von dem Torf auf, über den es fließt. Andere im Wasser enthaltene Mineralien machen es sehr weich, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Jede Brennerei hat ihre eigenen Wasserquellen ( manchmal einen Bach, manchmal auch ein weit entferntes Wasserloch ) und sorgt dafür, daß niemand sie von ihrem Wasser abschneiden kann. Deshalb wurde frühzeitig dafür gesorgt, daß das Land um die Wasserquelle in den Besitz der Brennerei kam.


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